Nordwohlder Mühle - Heinrich Meyer jr.


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Historie

Aus der Geschichte der Nordwohlder Mühle...


Heinrich-Gerd Meyer – geb. am 22.Aug. 1877 – pachtete am 1.Mai 1899 die Windmühle in Stühren. Heinrich-Gerd Meyer kam aus Feine, seine Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb und eine Mühle.

Im Oktober 1901 heiratete er seine Frau Meta die er in Stühren kennenlernte. Sie bekamen zwei Kinder, einen Sohn (Heinr.-Joh.) und eine Tochter.

1906 kauften Sie ein Grundstück von der Gemeinde Nordwohlde in der Größe von 6 Himtsaat ( 4998 qm) zum Preis von 500 GM pro Himtsaat.

Von Mai bis Oktober 1906 wurde hier ein Wohnhaus mit Mühle, Sägerei und ein Stall errichtet. Die Mühle und die Sägerei wurden anfangs per Transmission von einer Lanz-Lokomobile betrieben. Zu diesem Zeitpunkt gab es wenige Dampfmühlen in dieser Umgebung, so dass der Mühlenbetrieb sehr gut ausgelastet war.

Hierzu kam noch, dass die Viehbestände in dieser Zeit tüchtig aufgestockt wurden, so dass die Kapazität der Lanz-Lokomobile bald nicht mehr ausreichte. Deshalb wurde ein Sauggasmotor der Firma Hofwolt aus Rostock angeschafft. Mit diesem Motor gab es erhebliche Schwierigkeiten. (siehe nachfolgende Anzeige in der Syker Zeitung vom 27.07.1909). Danach stellte man auf einen Dieselmotor um.

Nordwohlde, 24. Juli:

[ Explosion. ] Die große Sauggasanlage, welche der Mühlenbesitzer H. Meyer hierselbst bekanntlich sich hat erbauen lassen, wurde gestern zum erstenmale in Betrieb gesetzt und hatte dieselbe sehr gut gearbeitet. Nachdem der Motor nun heute morgen soeben angelassen, erfolgte plötzlich eine Explosion, ein in der Erde liegendes, zur Aufnahme der ausgebrauchten Gase bestimmter, aus Beton hergestellter Behälter, flog mit starkem Knall in die Luft. Glücklicherweise wurde niemand ernstlich verletzt. Vermutlich hatten sich in dem Behälter unverbrannte Gase gesammelt und sind dieselben wahrscheinlich durch einen Funken des Motors zur Explosion gebracht worden. Der Materialschaden ist nicht sehr erheblich und wird die Störung bald wieder behoben sein.

Schon 1912 trug man sich mit dem Gedanken eine elektrische Zentrale zu errichten, aber erst 1920/21 wurde Nordwohlde elektrifiziert. (siehe nachfolgende Anzeige vom 12. September 1912)

Nordwohlde, 11. September:

[Elektrische Zentrale.] Der Mühlenbesitzer H. Meyer hierselbst beabsichtigt bei genügender Beteiligung eine elektrische Zentrale zu bauen. Eine zu diesem Zwecke am vergangenen Sonntag im Lübeke`schen Gasthaus abgehaltene Versammlung war recht zahlreich besucht und zeigten die Anwesenden ein lebhaftes Interesse dafür. So werden hoffentlich unser Ort und vielleicht auch die benachbarten Orte in nicht allzuferner Zeit im Glanze elektrischen Lichtes erstrahlen.

Am 02.08.1914 begann der erste Weltkrieg, zu dem auch Heinrich-Gerd Meyer eingezogen wurde. Er fiel am 03.07.1916 bei Bardonowitschi in Russland. Seine Witwe hielt den Betrieb mit Hilfskräften aufrecht, bis Sohn Heinrich-Johann, der 1902 geboren wurde, übernehmen konnte.

Die Sägerei wurde noch bis 1951 in Betrieb, danach wurden die Sägereimaschinen an die Firma Rippe in Syke verkauft. Teile davon sind bis heute erhalten und befinden sich im Museum in Syke. (Gatter) Dafür wurde der Schweinestall vergrößert und der Schweinemastbetrieb aufgestockt.

Bis zur Währungsreform 1948 brachten die Landwirte ihr Getreide zur Mühle, um es hier zu Backschrot oder Futterschrot verarbeiten zulassen. Nach der Währungsreform blühte die hiesige Landwirtschaft auf, es wurde in großem Umfang Schweinemast betrieben. Das machte es erforderlich, dass die Mühlenbetriebe sich auf die Herstellung von Mischfutter umstellten.

Heinrich-Johann Meyer lernte bei der Eilers – Mühle in Neubruchhausen Müller. Zu seiner Zeit reichte die Gesellenprüfung zur Führung einer Mühle aus. Dieses änderte sich mit der Herstellung von Mischfutter. Von da an war es erforderlich, die Meisterprüfung abzulegen um einen Betrieb mit Mischfutterherstellung führen zu können. Diese Meisterprüfung legte sein Sohn Heinrich-Albert, der 1935 geboren wurde, im April 1958 vor der Handwerkskammer in Hannover ab.

Zum 01.01.1959 pachtete Heinrich-Albert den Mühlenbetrieb von seinem Vater. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung verändert sich auch die Mühlentechnik. Bis zur Neuverpachtung im Jahre 1959 wurde kaum eine Veränderung in der Mühle vorgenommen. Heinrich-Albert wagte den Schritt nach vorne. Er schaffte zuerst einen eigenen LKW und Anhänger Mit einer Nutzlast von 6,5to an. Mit diesem LKW wurde Übersee-Getreide aus dem Hafen von Bremen. In gesackter Form geholt; denn die hiesige Landwirtschaft produzierte nicht soviel Getreide, wie in der Schweinemast benötigt wurde.

Der Kundenstamm wurde ausgebaut und erste erforderliche Umbauten wurden vorgenommen, wie z.B. die Umstellung der Transmission auf Einzelbetrieb. 1963 baute man eine Loseannahme und erste Silozellen. Bedingt durch den Arbeits-Kräftemangel stellte man im Hafen in Bremen auf Loseverladung um.

Die hiesige Landwirtschaft schaffte es, durch besseres Saatgut, gezielte Düngung und Pflanzenschutz die Erträge erheblich zu steigern. Das hatte aber zur Folge, dass weitere Lager-kapazitäten für die Aufnahme des Getreides aus der Landwirtschaft benötigt wurden. Zukäufe aus Übersee reduzierten sich dadurch.

Im Laufe der Jahre hat sich der Mühlenbetrieb zu einem modernen Kraftfutterwerk entwickelt.
Bereits seit Bestehen des Betriebes wurden die gesamten Büro- und Buchungsarbeiten vom Inhaber bzw. den Familienangehörigen ausgeführt. Bis Anfang der 60ziger Jahre zum Teil unter Zuhilfenahme eines Steuerberaters 1x im Monat. Danach wurde dieser nur noch für die Erstellung der Bilanz bemüht. Im Jahr 1989 wurden die Buchungsvorgänge auf EDV umgestellt, und drei Jahre später auch die Mischfutterproduktion.

Dank des stets verfolgten Zieles nur ,,Qualitätsfutter“ herzustellen, ist bis heute die Daseins-Berechtigung dieses Betriebes erhalten geblieben. Denn mit der rückläufigen Entwicklung in der Landwirtschaft haben auch die Mischfutterbetriebe jetzt schwer zu kämpfen.

Der vierte Heinrich der Familien Meyer übernahm 1993 die „Nordwohlder Mühle“. Diese hat inzwischen ihren Betrieb der Entwicklung in der Landwirtschaft angepasst und sich auf die Herstellung von Spezialfuttermitteln, z. B. Pferde- und Geflügelfutter, eingerichtet und hier eine Marktlücke (auch im Großhandel) gefunden.

Da dafür jedoch die bisherigen Lagerkapazitäten nicht ausreichten, wurden im Jahre 1999 nochmals um drei große Getreidelagerhallen und eine Leichtbauhalle erweitert.

Der Name „Nordwohlder Mühle“, sichtbar als Reklameschriftzug am Hochsilo, ist in der nahen und auch weiteren Umgebung ein Begriff für Qualität.

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